
St. Marienkirche Netzelkow |
|
Evangelische St. Marienkirche Netzelkow
Die heutige St. Marienkirche Netzelkow - ein kleiner turmloser Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert - zählt zu den frühen mittelalterlichen Dorfkirchen auf der Insel Usedom. Netzelkow war einst Hauptort auf der Halbinsel Gnitz und eine alte Besitzung der Familie von Lepel, die seit 1358 dort nachweisbar ist. Schon im Jahre 1229 wird erstmals ein Pfarrer auf Gnitz genannt. Sehr wahrscheinlich bezieht sich diese Angabe auf einen älteren Kirchenbau, der laut Kirchenchronik nur etwa hundert Jahre bestanden haben soll.
Im Jahre 1860 wurde die Kirche teilweise durch einen Brand in Mitleidenschaft gezogen. Chorapsis, Sakristei und Leichenhalle sind erst im 19. Jahrhundert angefügt worden. Der größte Teil der Innenausstattung wurde in dieser Zeit verändert. Erhalten ist jedoch der Taufstein aus dem 14. Jahrhundert. Dieses besondere Ausstattungsstück ist der einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Taufstein auf der Insel.
Eine weitere Besonderheit sind zwei Glocken im freistehenden Glockenstuhl vor der Kirche, die noch aus dem 15. Jahrhundert stammen. Neben einem weiteren Beispiel in Stolpe sind auf Usedom lediglich in Netzelkow Glocken aus dem Mittelalter erhalten.
|

Innenraum der St. Marienkirche Netzelkow
|
|
Netzelkow bildete einst die kleinste Pfarrstelle auf der Insel und war dem Patronat der Freiherrn von Lepel aus Neuendorf unterstellt. Seit etwa 1979 ist Netzelkow zusammen mit den anderen Orten Neuendorf, Lütow und Görmitz der Evangelischen Kirchengemeinde Zinnowitz zugeordnet.
1985/86 wurde die St. Marienkirche einer umfassenden Renovierung unterzogen.
Im Jahre 2001 gab es hier einen Einbruch. Neben der Beschädigung der Eingangstür musste der Verlust von Kruzifix, Altarbibel und Altarleuchtern beklagt werden. Die gestohlenen Gegenstände wurden später im Achterwasser aufgefunden und waren stark beschädigt.
Zwischenzeitlich wurden diese Gegenstände restauriert, sind aber aus Sicherheitsgründen nur noch bei gelegentlichen Konzerten und Veranstaltungen in der Kirche zu sehen.
Dank finanzieller Unterstützung der Familie von Lepel und anderer Spenden konnten 2003-2005 weitere bauliche Erhaltungsmaßnahmen an der St. Marienkirche durchgeführt werden. Die Kirchenfenster wurden restauriert und gesichert, ein Blitzschutz installiert und das gesamte Mauerwerk der Kirche trocken gelegt.
|